zwischen Krieg, Kirche und „Flaschenhals“
Historische bedeutsame Gebäude in Heidenrod
Zorn wurde um 1195 erstmals urkundlich erwähnt und entstand an einer Kreuzung wichtiger Handelswege. Seit spätestens 1160 gehörte das Gebiet zu den Grafen von Katzenelnbogen. Zorn war Gerichtsort mit Marktrecht. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war es stark entvölkert und wurde später wieder besiedelt.
Von 1806 bis 1813 stand Zorn unter französischer Verwaltung. 1816 kam es zum Herzogtum Nassau. Am 12. Juli 1866 war der Ort Schauplatz der „Schlacht bei Zorn“ im Deutschen Krieg, den Preußen gewann und damit die Selbständigkeit Nassaus beendete.
Nach dem Ersten Weltkrieg lag Zorn im „Freistaat Flaschenhals“, einem unbesetzten Korridor zwischen französischer und amerikanischer Zone. Die Versorgung war nur über Waldwege via Egenroth nach Laufenselden möglich.
Die barocke Kirche wurde 1740/41 auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus errichtet. Stifter war Friedrich I. König von Schweden und Landgraf von Hessen. Der schlichte Saalbau mit Mansarddach und Tonnendecke beherbergt eine qualitätsvolle Kanzel (um 1700), eine Orgel von 1772 ( Johann W. Schöler) und ein großes Stuckwappen des Stifters.
Im Waldstück Struthheck liegen Reste einer frühmittelalterlichen Turmburg („Alte Schanz“) und
ein Grabhügelfeld. Weitere Hügelgräber bei Zorn belegen frühe Besiedlung seit keltischer Zeit.
Weitere Informationen zu Zorn:
Gefördert durch das Regionalbudget 2025 des Vereins für Regionalentwicklung Taunus e.V. mit den Mitteln des Landes Hessen im Rahmen des GAP-Strategieplans 2023-2027.







