Heimat- und Kulturhaus Heidenrod
Historische bedeutsame Gebäude in Heidenrod
Das heutige „Heimat- und Kulturhaus Heidenrod“ wurde Ende des 18. Jahrhunderts als Gasthaus „Zum Goldenen Hirsch“ gegenüber der evangelischen Kirche in Kemel erbaut. Die dendrochronologische
Untersuchung datiert die Eichenbalken auf Winter/Frühjahr 1789 – das Jahr der Französischen Revolution. Als damals größter von neun Gasthöfen profitierte es von der Bedeutung Kemels als Rastplatz und Zollstation an der Fernhandelsstraße zwischen Antwerpen und Nürnberg. Seit 1584 Poststation, erhielt Kemel 1738 ein Posthaus der Hessen-Kasseler Post. Mit dem Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert verlor der Ort jedoch seine Verkehrsbedeutung.
Das Gebäude steht innerhalb der früheren Befestigungen des römischen Steinkastells im
Ortskern, eines etwa 7.000 m² großen Numeruskastells aus der Zeit um 150 n. Chr. Überliefert ist, dass Feldmarschall Blücher hier hätte übernachten sollen; sicher belegt ist der Aufenthalt seines Generalstabschefs Yorck von Wartenburg am 30. Dezember 1813 vor dem Rheinübergang bei Kaub.
1839 kaufte die Gemeinde Kemel das Haus und nutzte es fast 100 Jahre lang als Schule. Nach
mehreren Besitzerwechseln erwarb die Gemeinde Heidenrod das denkmalgeschützte Gebäude 1993. Nach umfangreichen Sanierungen wurde es 2000 als „Heimat- und Kulturhaus Heidenrod“ eröffnet. Heute beherbergt es im Erdgeschoss die Neue Musikschule Heidenrod und das Forst- & Holzkontor, im 1. Stock das Trauzimmer und die Gemeindebücherei, im 2. Stock den Heimatverein mit Ausstellung und Archiv.