Dickschied

Gerichtsort am Grenzfluss

Historische bedeutsame Gebäude in Heidenrod

Dickschied wurde um 1260 erstmals als „Dikenscheid“ erwähnt, später auch „Dickenschiet“ und „Dickenscheyt“. Der Name verweist auf Wasserscheiden oder politische Grenzen – hier war Dickschied Grenzort zwischen Einrich- und Rheingau mit der Wisper als  Grenzfluss. Die Grafen von Katzenelnbogen richteten hier einen Gerichtsstand ein. Der Galgenkopf zwischen Dickschied und Nauroth erinnert an die einstige Richtstätte.

Die Besiedlung erfolgte im Rahmen der großen Rodungsphase des Hochmittelalters und war im 14. Jahrhundert weitgehend abgeschlossen. Schon vor 1373 gaben die Grafen von Katzenelnbogen Dorf und Gericht Dickschied an die Herren von Geroldstein zu Lehen.

1475 besaßen diese zwei Höfe, später gingen sie an die Familie Nordeck (St. Goar). Auch das Hospital Gronau hatte ab 1694 Besitz im Ort. 1843 war Dickschied mit Geroldstein zur Landgemeinde vereinigt.

Die wehrhaft errichtete St.-Ägidius-Kirche mit ummauertem Kirchhof stammt aus dem 12./13. Jahrhundert und war Mittelpunkt eines Kirchspiels. Das Patronat lag beim Kloster Gronau. Der Innenraum zeigt eine flache Holzdecke, Empore und Kanzel stammen aus dem 18. Jahrhundert, die Orgel von 1893. Ein Türzieher in Löwenkopfform stammt sogar aus dem 11. Jahrhundert.

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